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Großer Zapfenstreich



Wie entstand das Wort Zapfenstreich?

Der Name "Zapfenstreich" stammt aus der Zeit der Landsknechte. Ende des 16. Jahrhunderts, im Jahr 1596, wurde erstmals ein Abendsignal in Verbindung mit dem "Zapfenschlag" erwähnt. Mit einem solchen Schlag oder einem Streichen über den Zapfen eines Fasses wurde das Signal zur Nachtruhe gegeben. Ab diesem Zeitpunkt durfte kein Wirt mehr Getränke ausgeben, die Landsknechte mussten sich in ihre Zelte zurückziehen und Ruhe halten. Zuwiderhandlungen gegen dieses Gebot wurden "exemplariter abgestraffet".

Im Laufe der Zeit wurde es üblich, das Zeichen zur Nachtruhe auch in musikalischer Form zu geben. Die Kavallierie benutzte dazu Tropetensignale, die Infanterie Flöten und Trommel. Die bis heute übliche Zapfenstreich-Zeremonie geht auf die Zeit der Befreiungskriege Anfang des 19. Jahrhunderts zurück. Seit dieser Zeit ist an den Zapfenstreich auch ein kurzes Abendlied angeschlossen.

König Friedrich Wilhlem III. von Preußen befahl im Jahr 1813 -orientiert an der russischen Armee- auch ein Gebet. Aus den drei Bestandteilen "Locken", "Zapfenstreich" und "Gebet" basiert der Große Zapfenstreich noch heute. Erstmals zu hören war er im Jahr 1838 in Berlin. Seit der Zeit der Weimarer Republik findet der Große Zapfenstreich in der Nationalhymne seinen Abschluss.

Das Zeremoniell des Großen Zapfenstreiches

An der Zeremonie sind neben Spielmannszug und Musikkorps zwei Züge Soldaten unter Gewehr sowie Fackelträger beteiligt. Der Große Zapfenstreich beginnt mit dem Einmarsch der Formation zu den Klängen des "Yorckschen Marsches". Nach dem Einnehmen und Ausrichten der Formation folgt die Meldung an die zu ehrende Persönlichkeit. Daran schließt sich eine Serenade aus üblicherweise drei Musikstücken an. Anschließend lässt der Führer des Großen Zapfenstreiches die Formation stillstehen. Es folgt der eigentliche Große Zapfenstreich: Das "Locken" durch die Spielleute, der Zapfenstreichmarsch durch die Spielleute und das Musikkorps sowie die "Retraite" des tradionellen Zapfenstreichs der berittenen Truppen. Danach folgt das Gebet in Form des Musikstücks "Ich bete an die Macht der Liebe". Beim Gebet wird der Helm auf Kommando abgenommen. Der Große Zapfenstreich wird nach der Nationalhymne durch die Abmeldung bei der zu ehrenden Persönlichkeit beendet. Unter den Klängen des "Zapfensteichmarsches" wird ausmarschiert.